Kamikaze

Alpen Brevet 2008

Rennrad Touren — geschrieben von kamikaze @ 11:22

Wie schon angekündigt haben darkthrone und ich (two wheels) gestern am Alpenbrevet teilgenommen.

So sind wir also um 04:30 Uhr bei darkthrone zuhause im schönen Obwaldnerland Richtung Meiringen losgefahren um dort gleich mal die Startnummer/ Zeitmesssensor  abzuholen und diese am Bike, resp. Mann zu befestigen. Da der Start erst um 06:45 Uhr war, war nun mal warten im warmen Kami-Mobil angesagt.

Es war sehr kühl und es regnete leicht als um 06:45 Uhr der `Startschuss` ertönte und so fuhren wir halt trotz scheiss Wetter Richtung Innertkirchen los. Wir waren wirklich nicht in der Stimmung um bei diesem Wetter den ganzen Tag über Schweizer Alpenpässe zu fahren. Nach Innerkirchen kam dann schon auch der erste Anstieg in Richtung Grimselpass, das Schild beschied uns einen Anstieg von 1480 Metern auf etwa 15 km…

Knapp, Schätzungsweise 2 Stunden und ein paar zerquetschte nach dem Start erreichten wir dann die Grimsel Passhöhe nach nur einer Pinkelpause. Zum Glück wussten wir, dass man nach dem 1 und 2 Stausee noch lange nicht oben waren und so freuten wir uns nicht wie andere über die angebliche Passhöhe und kurbelten weiter um bei miesem, kalten Sauwetter auf dem Grimsel eine erste Futter-Pause einzulegen und uns so warm als möglich einzupacken. Der einzige Lichtblick war ein blaues Loch in der sonst so dunklen Wolkendecke und ich fragte mich das erste Mal, was ich hier eigentlich tue.

Was solls, alles Jammern nützt nichts und so fuhren wir weiter in Richtung Gletsch, wo unsere erste Zwischenzeit genommen wurde (03.07.47/ darkthrone der RaserWink war eine knappe Minute schneller unten).

Ich muss wohl noch erwähnen –sonst tuts darki- dass ich hier aufgrund der falschen Anweisung des Streckenpostens Richtung Brig fuhrYell –und ich dachte noch der Furka geht doch links hoch. Darki hechtete mir in voller Panik hinterherLaughingLaughing

Nun ja, die 500 Meter zurück und hoch Richtung Furka, welch eine wohltat das warme Blut in den gefrorenen Finger- und Fussspitzen zu spüren.

Der Aufstieg auf Furka Passhöhe war schnell gemacht, die Beine waren noch voll fit und so erreichten wir eine gefühlte Stunde später die 700 Meter höher gelegene, eher unspektakuläre Passhöhe des Furkas. Leider konnten wir den Furka Gletscher nicht sehen.  By the way, auf halber Höhe zum Pass begrüsste uns auch die Sonne was wahnsinnig gut tat und psychologisch sehr wertvoll war, unbeschreiblich schön. Die Abfahrt vom Furka konnten wir dann auch in kuren Handschuhen antreten und die trockene Strassen und die warme Sonne geniessen.  Bei den super Verhältnissen, waren die 1000 Höhenmeter Richtung Realp schnell vernichtet.

In Realp war eine weitere Fotostation (diese waren Fotografen von Alpha Foto welche auf der ganzen Strecke verteilt Fotos schossen, welche man nun im Internet anschauen und kaufen kann). Nun gings bei teilweise heftigen Gegenwind ins knapp 10 km entfernte Andermatt. Auf halbem Weg kam uns das Patrouillen Fahrzeug der Urner Polizei mit Blaulicht entgegen, welches vermutlich zum Unfall auf der Furka Passstrasse unterwegs war. Ein Velofahrer war offensichtlich in die Heckscheibe eines vorausfahrenden Autos gekracht. Wie es schien ging es dem Radfahrer gut (er sass auf der Leitplanke), mehr konnten wir beim vorbeifahren nicht erkennen.

Später in Andermatt –der Gegenwind war wirklich stark-(darki durfte in meinem Windschatten fahren :-D) war die 2 Verpflegungsstation welche ich wieder in vollen Zügen genoss. Wir füllten unsere Mägen und Biddons und machten uns auf den Weg nach Wassen. Ab durch die schöne Andermatter Altstadt, vorbei an der Kaserne und die Schöllenen Schlucht runter wo wir mit 50- 60 Sachen gut mit den Autos mithalten konnten und ein weiteres mal die schönen engen Kurven der Strasse genossen, geil.

Angekommen in Wassen wollte darki ein kleines Zeitfahren veranstalten, was er auf Grund einer `Unregelmässigkeit` auch gewann. Ich will ja nicht schreiben dass er das Zeitfahren mit einem Vorsprung von 3 Metern kurz vor der Zeitmessmatte angekündigt hat.

 Sehr interessant finde ich allerdings dass ich lauft Zeitmessung die Matte 56 Sekunden vor Darki überquerte obwohl wir sie fast zeitgleich überfuhren. Rechtlich gesehen habe ich das Zeitfahren also für mich entschieden.Cool Die Streckenposten jedenfalls amüsierten sich dass zwei wie wir nach dem 2 Pass noch immer Energie für solche Spässe hatten.

Leider fanden wir uns sehr schnell in der harten Realität wieder und der letzte Pass stand an – der Susten. Unbarmherzig  zog sich die Passstrasse lange dem Fels entlang und nahm kein Ende. Das 2 und letzte mal fragten wir uns warum wir jetzt nicht zuhause auf dem Balkon sitzen und das Leben geniessen. Nein, wir müssen uns ja unbedingt was beweisen… Es war sehr mühsam, vielmehr weil der Anstieg einfach kein Ende zu nehmen schien. Meine Knie und der Rücken schmerzten. Darki spürte sein Hinterteil und die Beine und so haben wir auf diesem Anstieg (1307 Meter Höhenunterschied) auch 3 Pausen gemacht. Endlich kam das erlösende schild `VERPFLEGUNG 300 Meter` und so sprinteten wir mit 24 km/h durch den Tunnel um die Passhöhe des Sustens – unserem letzten Pass- zu erreichen. Fürs erste zufrieden setzten wir uns auf dem angenehm warmen Asphalt des Parkplatzes und futtertenSmile

Jetzt kam die letzte lange Abfahrt zurüch nach Innertkirchen, gut 1600 Meter waren auf 34 km zu vernichten, eine –für den Rücken- anstrengende Angelegenheit und so gabs auch hier einige Auflockerungspausen. Ich kann nicht sagen wie lange wir unterwegs waren, jedenfalls sahen wir plötzlich das Ortsschild von Innertkirchen und wussten, jetzt noch 6.4 km, los geht’s…

Das Schild das uns einen Anstieg von 90 Metern auf 1.2 km ankündigte konnte uns nur ein müdes lächeln entlocken und uns packte der Ehrgeiz, wir gaben nochmals alles und so hiess Kette rechts und wir fuhren mit etwa 18 km/h die Strasse neben der Aareschlucht hoch.

Die letzten 1.5 km nach Meiringen waren mit 40 km/h schnell hinter uns und wir erreichten nach 9 h 29 Minuten das Ziel in Meiringen. Das coole Finisher Geschenk, ein paar Armlinge mit Aufdruck und ein geiles Gefühl und der stolz waren der Lohn. Darki übrigens fuhr das Alpenbrevet nur der Armlinge wegen, da er noch keine hatte ;-)

Fotos haben wir nur sehr wenige gemacht, vielleicht stellt darki noch ein paar Online und sonst könnt ihr Euch auf Alpha Foto ein paar Impressionen vom gestrigen Tag anschauen.

 Fazit:

136 km

3782 hm

0 Platten

X tausend verbrennte Kalorien

Die Beine waren überraschen gut beisammen und wir fragten uns noch im Ziel ob wir nicht besser die Gold Runde gemacht hätten. Heute Sonntag, einen Tag später spüren wir fast nichts mehr und darki ist mit seiner Freundin schon wieder auf dem Diavolo Klettersteig in Andermatt unterwegs.

 

Hier also noch die Fotos. Quali leider nicht die Beste, da Handycam:

Darki's Rennmaschine

Two Wheels Rennmaschine

 

Two Wheels Startnummer

Darki's Startnummer

 

Kurzer Tankstopp vor dem Aufstieg zum Furka :-)

 

Da geht's hinauf auf den Furka

 

 Im Hintergrund, Passstrasse nach Gletsch vom Grimsel

 

Abfahrt vom Furkapass mit Blick ins Realptal

 

 Pause muss sein :-) !

 Auch Darki braucht eine Pause, vorallem mit seinen 30 Jahren :-)

 

Und hier noch die offizielen Fotos von Alphaphoto :

Darkthrone Fotos

Two Wheels Fotos

 

 


Alpenbrevet Trainingstour über den Glaubenbielen und Glaubenbergpass

Rennrad Touren — geschrieben von kamikaze @ 17:00

Mein Kamibruder, welcher zurzeit seine Dienste den Schweizer Eidgenossen im Rahmen der Euro 2008 zur Verfügung stellt, durfte dieses Wochenende in Urlaub nach Hause.

Da er im Militärdienst zurzeit körperlich nicht wirklich gefordert wird, er ist halt Obwerwachtmeister, sah ich es als meine Pflicht an ihm etwas körperliche Bewegung zu verordnen.

 

Heute Sonntag war der ideale Tag, das Wetter war schön und es waren nur vereinzelte Wärmegewitter am Abend angekündigt.

 

So Befahl ich ihm also um 0600 das Antrittsverlesen bei mir. Zuerst gab es einen kleinen Kaffee, war ja doch noch zur früher Morgenstunde.

 

Nach dem kurzen Kaffeplausch machten wir uns auf die Socken, viel mehr auf die Räder. Auf dem Trainingsplan für das Alpenbrevet 2008 stand heute eine zwei Pässefahrt vom schönen Obwaldnerland über den Glaubenbielenpass (1611 MüM) ins Biosphärenland Entlebuch und zurück über den Glaubenbergpass (1543 MüM) an den Sarnersee nach Sachseln.

 

In morgendlicher Frische nahmen wir unseren ersten Anstieg auf den Glaubenbielenpass in Angriff bei „noch“ angenehmen Temperaturen. Im stetigen Tempo fuhren wir die 13 Kilometer und 1131 Höhenmeter zur Passhöhe empor und genossen noch die morgendliche Ruhe.

 

250 Höhenmeter vor erreichen des Passes, hörte ich hinter mir ein lautes Zischen.Kurz erschrocken über dieses Geräusch dachte ich zuerst meinem Kami-Teamkollegen gehe die Puste aus. Das Grauen kam jedoch viel schlimmer. Es war nicht die Puste sonder sein Hinterradreifen sah ziemlich Platt aus. Sch…..  Hier zeigte es sich wieder einmal wie wichtig es ist, einen Ersatzschlauch bei jeder Tour mitzuführen. Schnell war der Pneu von der Felge gezerrt und der Schlauch gewechselt. Haben ja langsam genug Übung im Reifenwechseln. Wir müssen doch in jedem Biketechnikkurs der Swiss Bikeschool einen Reifenwechsel demonstrieren. Nun gut das kleine Maleur war behoben und die letzten 250 Höhenmeter schnell gefressen.

 

Auf dem unscheinbaren Pass angekommen stand zuerst ein Fotoshooting und danach eine Riegelpause auf dem weiteren Programm.

 


Frisch gestärkt mit noch munteren Beinen genossen wir die geniale Abfahrt nach hinunter ins Entlebuch.

 

 

Über Schüpfheim, Hasle, Entlebuch erreichten wir den den Einstieg zu unserem zweiten Pass dem Glaubenberg. Die erste steile Rampe hinauf nach Finsterwald quälten wir uns an praller Sonne und nun mittlerweile höllischen Temperaturen empor. Die Bidons leerten sich rasant, man konnte meinen, diese Dinger seien undicht. Zum Glück gab es ja den einen oder anderen wasserspendenen Brunnen am Strassenrad wenn auch teilweise andere Brunnen im Streik waren.

 

Leider hatte es mittlerweile extrem viel Auto- und Motorradverkehr welche etwas den Spass des Uphills schmälerten. Vor allem die idiotischen Motorradfahrer fuhren wieder wie gestört den Pass hoch. Ob wir ev. den einen oder anderen später in der Leitplanke hängen sehen? Ich habe jedenfalls mit solchen Rasern kein Mitleid.

 

Bald erreichten wir die letzte und gemeine Steigung vor dem Pass, bestehend aus zwei Haarnadelkurven und einer nie endenvollenden Geraden. Psychologisch ein hartes Stück Arbeit. Endlich geschafft, der zweite Pass war bezwungen.




 

Nun noch die steile Abfahrt hinunter nach Stalden wo wir dann die Passstrasse verliessen und unter fachkundiger Führung vom Kamimitglied Darkthrone eine Insiderstrasse ohne Verkehr hinunter nach Wilen nahmen.

 

Nun fuhren wir über Giswil, Zollhaus zurück nach Sachseln. Die Temperatur in Sachseln betrug nun schon 32 Grad. Zum Glück starteten wir in der Frühe.

 

Fazit:

 

Landschaftlich eine schöne Tour durch das Voralpengebiet welches unsere Vorbereitung auf das Alpenbrevet komplettierte.

Streckendaten:

 

2 Pässe: Glaubenbielenpass, Glaubenbergpass

Höhenmeter: 2310

Kilometer: 92.8

Defekte: einen platten Reifen

 

Google Earth Bild:

Text: Darkthrone


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