Kamikaze

10 Aug, 2008

Alpen Brevet 2008

Rennrad Touren — geschrieben von kamikaze @ 11:22

Wie schon angekündigt haben darkthrone und ich (two wheels) gestern am Alpenbrevet teilgenommen.

So sind wir also um 04:30 Uhr bei darkthrone zuhause im schönen Obwaldnerland Richtung Meiringen losgefahren um dort gleich mal die Startnummer/ Zeitmesssensor  abzuholen und diese am Bike, resp. Mann zu befestigen. Da der Start erst um 06:45 Uhr war, war nun mal warten im warmen Kami-Mobil angesagt.

Es war sehr kühl und es regnete leicht als um 06:45 Uhr der `Startschuss` ertönte und so fuhren wir halt trotz scheiss Wetter Richtung Innertkirchen los. Wir waren wirklich nicht in der Stimmung um bei diesem Wetter den ganzen Tag über Schweizer Alpenpässe zu fahren. Nach Innerkirchen kam dann schon auch der erste Anstieg in Richtung Grimselpass, das Schild beschied uns einen Anstieg von 1480 Metern auf etwa 15 km…

Knapp, Schätzungsweise 2 Stunden und ein paar zerquetschte nach dem Start erreichten wir dann die Grimsel Passhöhe nach nur einer Pinkelpause. Zum Glück wussten wir, dass man nach dem 1 und 2 Stausee noch lange nicht oben waren und so freuten wir uns nicht wie andere über die angebliche Passhöhe und kurbelten weiter um bei miesem, kalten Sauwetter auf dem Grimsel eine erste Futter-Pause einzulegen und uns so warm als möglich einzupacken. Der einzige Lichtblick war ein blaues Loch in der sonst so dunklen Wolkendecke und ich fragte mich das erste Mal, was ich hier eigentlich tue.

Was solls, alles Jammern nützt nichts und so fuhren wir weiter in Richtung Gletsch, wo unsere erste Zwischenzeit genommen wurde (03.07.47/ darkthrone der RaserWink war eine knappe Minute schneller unten).

Ich muss wohl noch erwähnen –sonst tuts darki- dass ich hier aufgrund der falschen Anweisung des Streckenpostens Richtung Brig fuhrYell –und ich dachte noch der Furka geht doch links hoch. Darki hechtete mir in voller Panik hinterherLaughingLaughing

Nun ja, die 500 Meter zurück und hoch Richtung Furka, welch eine wohltat das warme Blut in den gefrorenen Finger- und Fussspitzen zu spüren.

Der Aufstieg auf Furka Passhöhe war schnell gemacht, die Beine waren noch voll fit und so erreichten wir eine gefühlte Stunde später die 700 Meter höher gelegene, eher unspektakuläre Passhöhe des Furkas. Leider konnten wir den Furka Gletscher nicht sehen.  By the way, auf halber Höhe zum Pass begrüsste uns auch die Sonne was wahnsinnig gut tat und psychologisch sehr wertvoll war, unbeschreiblich schön. Die Abfahrt vom Furka konnten wir dann auch in kuren Handschuhen antreten und die trockene Strassen und die warme Sonne geniessen.  Bei den super Verhältnissen, waren die 1000 Höhenmeter Richtung Realp schnell vernichtet.

In Realp war eine weitere Fotostation (diese waren Fotografen von Alpha Foto welche auf der ganzen Strecke verteilt Fotos schossen, welche man nun im Internet anschauen und kaufen kann). Nun gings bei teilweise heftigen Gegenwind ins knapp 10 km entfernte Andermatt. Auf halbem Weg kam uns das Patrouillen Fahrzeug der Urner Polizei mit Blaulicht entgegen, welches vermutlich zum Unfall auf der Furka Passstrasse unterwegs war. Ein Velofahrer war offensichtlich in die Heckscheibe eines vorausfahrenden Autos gekracht. Wie es schien ging es dem Radfahrer gut (er sass auf der Leitplanke), mehr konnten wir beim vorbeifahren nicht erkennen.

Später in Andermatt –der Gegenwind war wirklich stark-(darki durfte in meinem Windschatten fahren :-D) war die 2 Verpflegungsstation welche ich wieder in vollen Zügen genoss. Wir füllten unsere Mägen und Biddons und machten uns auf den Weg nach Wassen. Ab durch die schöne Andermatter Altstadt, vorbei an der Kaserne und die Schöllenen Schlucht runter wo wir mit 50- 60 Sachen gut mit den Autos mithalten konnten und ein weiteres mal die schönen engen Kurven der Strasse genossen, geil.

Angekommen in Wassen wollte darki ein kleines Zeitfahren veranstalten, was er auf Grund einer `Unregelmässigkeit` auch gewann. Ich will ja nicht schreiben dass er das Zeitfahren mit einem Vorsprung von 3 Metern kurz vor der Zeitmessmatte angekündigt hat.

 Sehr interessant finde ich allerdings dass ich lauft Zeitmessung die Matte 56 Sekunden vor Darki überquerte obwohl wir sie fast zeitgleich überfuhren. Rechtlich gesehen habe ich das Zeitfahren also für mich entschieden.Cool Die Streckenposten jedenfalls amüsierten sich dass zwei wie wir nach dem 2 Pass noch immer Energie für solche Spässe hatten.

Leider fanden wir uns sehr schnell in der harten Realität wieder und der letzte Pass stand an – der Susten. Unbarmherzig  zog sich die Passstrasse lange dem Fels entlang und nahm kein Ende. Das 2 und letzte mal fragten wir uns warum wir jetzt nicht zuhause auf dem Balkon sitzen und das Leben geniessen. Nein, wir müssen uns ja unbedingt was beweisen… Es war sehr mühsam, vielmehr weil der Anstieg einfach kein Ende zu nehmen schien. Meine Knie und der Rücken schmerzten. Darki spürte sein Hinterteil und die Beine und so haben wir auf diesem Anstieg (1307 Meter Höhenunterschied) auch 3 Pausen gemacht. Endlich kam das erlösende schild `VERPFLEGUNG 300 Meter` und so sprinteten wir mit 24 km/h durch den Tunnel um die Passhöhe des Sustens – unserem letzten Pass- zu erreichen. Fürs erste zufrieden setzten wir uns auf dem angenehm warmen Asphalt des Parkplatzes und futtertenSmile

Jetzt kam die letzte lange Abfahrt zurüch nach Innertkirchen, gut 1600 Meter waren auf 34 km zu vernichten, eine –für den Rücken- anstrengende Angelegenheit und so gabs auch hier einige Auflockerungspausen. Ich kann nicht sagen wie lange wir unterwegs waren, jedenfalls sahen wir plötzlich das Ortsschild von Innertkirchen und wussten, jetzt noch 6.4 km, los geht’s…

Das Schild das uns einen Anstieg von 90 Metern auf 1.2 km ankündigte konnte uns nur ein müdes lächeln entlocken und uns packte der Ehrgeiz, wir gaben nochmals alles und so hiess Kette rechts und wir fuhren mit etwa 18 km/h die Strasse neben der Aareschlucht hoch.

Die letzten 1.5 km nach Meiringen waren mit 40 km/h schnell hinter uns und wir erreichten nach 9 h 29 Minuten das Ziel in Meiringen. Das coole Finisher Geschenk, ein paar Armlinge mit Aufdruck und ein geiles Gefühl und der stolz waren der Lohn. Darki übrigens fuhr das Alpenbrevet nur der Armlinge wegen, da er noch keine hatte ;-)

Fotos haben wir nur sehr wenige gemacht, vielleicht stellt darki noch ein paar Online und sonst könnt ihr Euch auf Alpha Foto ein paar Impressionen vom gestrigen Tag anschauen.

 Fazit:

136 km

3782 hm

0 Platten

X tausend verbrennte Kalorien

Die Beine waren überraschen gut beisammen und wir fragten uns noch im Ziel ob wir nicht besser die Gold Runde gemacht hätten. Heute Sonntag, einen Tag später spüren wir fast nichts mehr und darki ist mit seiner Freundin schon wieder auf dem Diavolo Klettersteig in Andermatt unterwegs.

 

Hier also noch die Fotos. Quali leider nicht die Beste, da Handycam:

Darki's Rennmaschine

Two Wheels Rennmaschine

 

Two Wheels Startnummer

Darki's Startnummer

 

Kurzer Tankstopp vor dem Aufstieg zum Furka :-)

 

Da geht's hinauf auf den Furka

 

 Im Hintergrund, Passstrasse nach Gletsch vom Grimsel

 

Abfahrt vom Furkapass mit Blick ins Realptal

 

 Pause muss sein :-) !

 Auch Darki braucht eine Pause, vorallem mit seinen 30 Jahren :-)

 

Und hier noch die offizielen Fotos von Alphaphoto :

Darkthrone Fotos

Two Wheels Fotos

 

 


Kommentare

  1. Hey Jungs, das habt Ihr toll hingekriegt. Herzliche Gratulation zu Eurer Leistung. Jaja der Anstieg zum Susten will nie aufhören... ich weiss *seufz*. Ich habe den Start der Rennvelos gesehen und ihr habt mir schon ein bisschen leid getan als es um 6.45 geregnet hat. Aber beim Alpenbrevet ist das ja Standard. Wir Biker hatten etwas mehr Glück. Um 7.30 rieselte es nur noch leicht. Ich wurde bei meiner dritten Teilnahme zum ersten mal nicht nass. Mein Bericht folgt noch. Gruss: Chregu

    geschrieben von chregu — 10 Aug 2008, 21:09

  2. Hallo Leute, danke für den Bericht. Ich bin der mit dem Heckscheiben-Crash am Furka... Habe zum Glück nur eine Prellung am Oberarm erlitten! Ansonsten vorallem Sachschaden statt Dachschaden (Etwas Galgenhumor, sorry...) Viele Grüsse Markus

    geschrieben von Markus — 11 Aug 2008, 21:01

  3. Hoi Markus

    Es freut uns sehr, dass Dir `nicht mehr` passiert ist und es Dir soweit gut geht. Hoffentlich kannst Du bald wieder auf die Strasse. Alles Gute. Benjamin + Pascal

    geschrieben von TEAM KAMIKAZE — 11 Aug 2008, 21:45

  4. Hallo Leute
    Mein Bruder und ich haben die Gold-Runde in 12 1/2 Stunden gemacht. Die ersten drei Pässe gingen eigentlich wirklich gut, aber am Susten hatte ich dasselbe Problem wie ihr: Er wollte einfach nicht aufhören. Das nächste Mal fahre ich mit MTB-Übersetzung. :-)
    Gruss, Marcel

    geschrieben von Marcel Oehler — 12 Aug 2008, 16:11

  5. Ein sehr schönes Foto vom Furka auf das Realptal (das eigentlich Urserental heisst). Ebenso habe ich im Dorf Andermatt noch nie die Altstadt gefunden und die Suche nach dem Furkagletscher habe ich auch aufgegeben.
    Trotzdem toller Bericht
    Gruss Daniel

    geschrieben von Daniel Wyss — 12 Aug 2008, 20:28

  6. Hallo Jungs. Habe soeben euren Bericht gelesen und mich über die lockere Schreibe gefreut. Als Biker hat mich aufgestellt, dass es auch "Gümmeler" gibt, die das Brevet nicht so verbissen angehen. Die Leiden am Susten habe ioh selbst noch nicht erlebt, da das ja bisher der 1. Pass war. Aber auch die Zusatzrunde mit dem MTB hatte es in sich! Bis nächstes Jahr (mit Bikeübersetzung)!

    geschrieben von Roli — 23 Aug 2008, 12:57

  7. Hei Roli

    Vielen Dank für das Kompliment. Wir machen solche Sachen eh nur zum Spass. Unser einziges Ziel war das Brevet zusammen im Team zu schaffen und Spass zu haben, alles andere war sekundär. Wir haben unsere Ziele erreicht. Bis ins 2009

    geschrieben von two wheels (Team Kamikaze) — 24 Aug 2008, 16:47

  8. Hallo zusammen,

    lese mit großem Interesse Eure Berichte und möchte dieses ahr selbst zum ersten Mal am Alpenbrevet teilnehmen. Obwohl ich glaube, relativ gur Steigungen fahren zu können, habe ich bis auf Alpe d Huez und Col Glandon noch keine weiteren Erfahrungen im Pässefahren. Wer kann mir empfehlungen geben, ob Silber oder Gold angesagt sind: Hamburger Cyclassics 100 km im 38er Schnitt, bis zum Wettkampf hoffentlich 3-4ooo km, aber im Heimatgelände selten mehr als 1500 HM während des trainings. würde mich über tips freuen, gruß Jürgen

    geschrieben von Jürgen — 18 Feb 2009, 22:29


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